Die Geschichte der Stromwirtschaft

Die heutigen Strompreise scheinen scheinbar ohne Limit in die Höhe zu schießen. Da sie mit dem Ölpreis untrennbar verbunden sind scheint dem kein Einhalt geboten werden zu können. Der Verbraucher kann, wie es aussieht nur abwarten und Tee trinken. Natürlich kann man auch etwas tun, wie zum Beispiel den Stromanbieter zu wechseln. Doch im Endeffekt wird auch der heute billigste Anbieter niemals so billig sein, wie der billigste Anbieter im Jahr 1998. Um diese Entwicklung nachvollziehen zu können, sollte man sich mit der deutschen Stromwirtschaft befassen.

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Strommarktliberalisierung im Jahr 1998

Am 24.04.1998 trat das sogenannte Gesetz zur Neuregelung der Elektrizitäts- und Gasversorgung oder auch Energiewirtschaftsgesetz in Kraft. Verkündet wurde es damals vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog. Mit diesem Schritt wurde der deutsche Strom- und auch der Energiemarkt geöffnet. Das sollte dazu führen, dass die Kunden ihren Anbieter freier wählen können und es somit zu einem verstärkten Wettbewerb kommt. Infolgedessen würden natürlich auch günstigere Preise zustandekommen.

Es wurde prognostiziert, dass es jetzt mit dem Strompreis nur noch bergab gehen könne. Aber es kam ganz anders. Es stimmt, dass anfangs wesentlich mehr neue Anbieter auf den Markt strömten und der Wettbewerb die Preise nach unten drückte. Leider war es aber relativ bald klar, dass sich nur wenige Stromanbieter wirklich etablieren können würden. So mussten neue Stromanbieter, wie die Zeus Strom AG relativ bald den Markt verlassen. Es bildeten sich die vier großen, auch heute noch bekannten Anbieter: E.ON, Vattenfall, EnBW, RWE.

Der Grund für den relativ schnellen Konkurs der neuen Stromanbieter lag in dem schwierigen Zugang zum Netz. Auch wenn diese sich beschwerten, änderte sich diesbezüglich nicht viel, auch von Seiten der Regierung nicht. Da eine faire Verteilung aber in der EU-Regelung für die Liberalisierung der Energiewirtschaft vorgesehen war, kam es dazu, dass Deutschland im Jahr 2004 auf diese Regelung seitens der EU noch einmal mit Nachdruck auf die Regelungen hingewiesen wurde - mit einem zweiten Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts.

2005 wurde dann endlich eine Regulierungsbehörde ins Leben gerufen, welche 2006 auch für den Energiesektor zuständig war. So kam es 2007 auch zu einer Kürzung der Netzentgelte, was den Zugung zum Netz für neue Stromanbieter günstiger macht. Man sieht also, dass sich auf dem Markt für Strom einiges tut. Man selbst kann den Markt durch einen Wechsel aber auch beeinflussen. Dies raten auch führende Politiker, wie zum Beispiel der Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) oder der Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU).